Keine Lust auf Arbeit.
Was tun, wenn dir dein Job (plötzlich) keinen Spaß mehr macht?

Dein Job nervt! Und zwar so richtig. Da geht es dir wie der Hälfte der Deutschen, die laut Umfrage, am liebsten so schnell wie möglich den Arbeitsplatz wechseln möchte.

An manchen Tagen erinnert dich dein Arbeitstag an einen Gefängnisaufenthalt: du hockst in einem Raum, ohne etwas Nützliches, Sinnvolles oder Bereicherndes gemacht zu haben.

An anderen Tagen fühlst du dich von dem abzuarbeitenden Berg abgeschreckt und weißt nicht, wie du alles schaffen kannst, ohne die Nacht durchzuackern.

Da ist die Versuchung groß, dem Arbeitgeber die Kündigung vor den Latz zu semmeln. Nach so einer spontanen Aktion geht’s dir sicherlich viel besser. Du bist wieder frei!

Vorerst. Denn niemand kann dir garantieren, dass du im nächsten Job nicht vor ganz ähnlichen Schwierigkeiten stehst. Genannt wird das übrigens Honeymoon-Hangover-Effekt, ein Phänomen, durch das freiwillige Job-Wechsler zum Neustart des Jobs berufliche Flitterwochen erleben, die allerdings nach sechs Monaten bis zwei Jahren wieder vorbei sind. Danach geht’s los mit dem Jobfrust und die Begeisterung über die Arbeit sinkt wieder aufs individuelle Normalniveau.

Deswegen kann es klug sein, sich nicht von der Hitze des Moments oder von einer schlechten Woche zu etwas hinreißen zu lassen, dass du später am liebsten ungeschehen machen möchtest.

Bevor du also deine Kündigung tippst, kann es sich lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob einer dieser Gründe hinter deiner Unzufriedenheit steckt. Denn mit ein paar Änderungen kannst du deinen Job (wieder) lieben lernen.

Du kommst nicht gut mit Kolleg*innen klar

Andere Menschen sind nicht nur angenehm, auch – oder gerade weil – sie im selben Team mit dir sind. Schließlich hat jeder Kollege seine Eigenarten. Einige sind aufbrausend, unkommunikativ, zu langsam, zu laut oder ziemlich merkwürdig.

Selbst wenn es nicht darum geht, auf der Arbeit beste Freunde zu finden, macht eine entspannte und kollegiale Atmosphäre viel aus. (Hier kannst du nachlesen, warum Teamwork so wichtig ist.)

Momentan hast du jedoch den Eindruck, dass du nicht richtig ernstgenommen und wertgeschätzt wirst. Ein Kollege mault dich an, du fühlst dich in deiner Kompetenz beschnitten oder ausgegrenzt.

Das ist ätzend! Und es gefällt natürlich den wenigsten, wobei einige besser darüber hinwegsehen können als andere.

Emotionale Themen können natürlich auch bei dir selbst aufpoppen, sodass es schwieriger ist, eine Situation, die dich stört, neutral zu bewerten. Wenn dich ein Verhalten eines Kollegen wütend macht oder du enttäuscht von jemandem bist, versuche zunächst, die Verhältnismäßigkeit zu bewerten: Sind die Streitigkeiten so schlimm, dass sie dich langfristig in deinem Job belasten? Oder kann man eine alternative Lösung finden, um Konflikte zu entschärfen?

Schlafe lieber ein paar Tage über deine geplante Kündigung, bevor du sie abgibst. Vielleicht lässt sich das Problem auch anders lösen.

Hier kannst du mehr über nervige Bürokollegen nachlesen. Und hier erfährst du, wie du mit ihnen umgehst.

Deine Aufgaben gefallen dir nicht

Hast du dich fürs Erste dazu entschieden, deinen Job zu behalten, kann der Ärger direkt weitergehen. Du kannst deinen Kollegen from Hell zwar erfolgreich umgehen, weil ihr – sicherheitshalber – weniger Projekte gemeinsam bearbeitet. Aber die aktuellen Aufgaben gefallen dir nicht so recht.

Jetzt spricht nichts mehr gegen eine Kündigung. Oder?

Auch hier gilt: Überleg mal, was genau dich an deinen Aufgaben im Job stört. Fühlst du dich unterfordert, weil du viel mehr kannst und weißt und du dein Wissen momentan nicht sinnvoll einsetzt und dich in deinem Bereich nicht weiterentwickeln kannst? Oder bist du überfordert und hast dir die Tätigkeiten einfacher vorgestellt?

Auch dafür gibt es eine Lösung: Wenn du dich im Unternehmen umschaust und siehst, was andere für Tätigkeiten machen, welche davon würde dich am meisten reizen? Und warum?

Wenn du hierauf eine Antwort gefunden hast, kannst du selbstbewusst zu deinen Vorgesetzten gehen und sie auf eine mögliche Aufgabenänderung ansprechen. Je genauer du deine Wünsche formulierst, desto besser kann dir ein Verantwortlicher darüber Auskunft geben, ob und in welchem Umfang eine Änderung deiner Aufgaben möglich ist.

Zwei Vorteile, wenn du deinen Job NICHT direkt kündigst

Das hast du davon, wenn du deinen Job nicht sofort kündigst, auch wenn dein erster Impuls dir dazu rät:

(1) Du entwickelst Resilienz

Auch wenn es verlockend ist, vor Schwierigkeiten davonzulaufen, ist das nicht immer die beste Möglichkeit, mit Problemen umzugehen. Wenn du psychische Widerstandskraft entwickelst, kannst du diese Fähigkeit immer und überall abrufen und auch für schwierige Phasen in deinem Privatleben einsetzen. Du kannst Probleme aktiver angehen, anstatt passiv von ihnen beherrscht zu werden. Gut zu wissen: Resilienz ist zu 50% trainierbar, und was liegt näher, als dieses Training gleich mal im Job zu üben?! Mehr über Resilienz kannst du hier nachlesen

(2) Du lernst, das Positive zu erkennen

Nicht alles läuft so, wie du es gerne hättest. Bei niemandem, in keinem Bereich. Was du aber steuern kannst, ist es, wie du zu einer Sache stehst. Natürlich kannst du Erfahrungen, die dir negativ auffallen, in ein düsteres Licht rücken, dich so lange hineinsteigern, bis du voll und ganz von der Schlechtigkeit des Jobs, von Kollegen oder einem Restaurantbesuch überzeugt bist. Nur: Was hast du davon? Dieser Pessimismus wirkt sich auf alle Lebensbereiche und letztendlich auf deine Psyche, dein Herz und die Organe aus. Dass was krank macht, ist also nicht per se der Job, der gerade keinen Spaß macht, sondern oft die Einstellung dazu. Deswegen der Tipp: Gib pessimistischen Gedanken nicht zu viel Raum. Mehr über chronisch-negative Emotionen kannst du hier nachlesen

Bist du auch nach einigen Tagen Drüberschlafen und dem Probieren von alternativen Wegen immer davon überzeugt, der Job muss weg?!

Dann bereite dich selbst UND deinen Arbeitgeber rechtzeitig darauf vor, dass du das Unternehmen verlassen wirst. Und versuche, nicht in Groll zu gehen.

Wer weiß, bei welcher Gelegenheit ihr euch nochmal begegnet?!

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