Wie ging das noch mal?
Dos and Don'ts im Lebenslauf

Irgendwann ist jede:r dran: Spätestens während des Studiums schreiben die meisten ihren ersten Lebenslauf und stehen dann vor der Frage: Wie geht das noch mal? Im Internet finden sich unzählige Ratgeber, die sich inhaltlich auch noch in vielen Punkten widersprechen. Ich möchte dir hier meine ganz persönliche Sicht auf das Thema geben, was du unbedingt beachten solltest und was definitiv nichts mehr in einem Lebenslauf zu suchen hat. Los geht’s!

Was gehört in den Lebenslauf?

Lebensläufe sind Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und müssen deshalb immer auch in Hinblick auf die offene Stelle und die persönlichen Fertigkeiten betrachtet werden. Für eine Position als Grafiker:in benötigt man z. B. einen kreativeren Ansatz und ein professionelleres Layout im Vergleich zu einer Bewerbung als Projektmanager:in. Entsprechend ist die Struktur für die meisten ausgeschrieben Positionen das wichtigste Kriterium.

7 Punkte, die du beachten solltest ✅

  1. übersichtliche Formatierung und Ausnutzen der ganzen Seite, ohne den CV (Curriculum Vitae) zu überladen
  2. unterscheide deine bisherigen Erfahrungen in Bildungsweg, berufliche Erfahrungen und Skills
  3. chronologische Auflistungen immer in umgekehrter Reihenfolge: die letzte Station also ganz oben, die älteste ganz unten
  4. Informationen zur Person und Kontaktmöglichkeiten müssen leicht zu finden sein und können gern auch auf jeder Seite des Lebenslaufs auftauchen.
  5. Bitte gib all deine Erfahrungen an, vor allem Programme und Sprachen, egal für wie belanglos oder unwichtig du sie hälst. Lange Listen können auch noch mal unterteilt werden, um die Übersichtlichkeit zu wahren.
  6. Mehr Bezug zu dir als Person erreichst du, indem du auch Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten o. ä. in deinen CV übernimmst.
  7. In der Kürze liegt die Würze: Der Lebenslauf sollte nicht länger als maximal zwei Seiten sein. Sind besonders viele Positionen deiner Vita relevant, kannst du davon allerdings abweichen.

Das solltest du lieber auslassen ❌

Ein häufig gemachter Fehler ist, den Lebenslauf zu überladen. Hast du bereits viele (studentische) Jobs gemacht oder dich regelmäßig in Praktika bewährt, kann ein Lebenslauf schnell drei, vier oder mehr Seiten lang werden. In dem Fall solltest du nur Auszüge deiner Erfahrungen angeben – und zwar entsprechend der Anforderungen der Stellenanzeige, auf die du dich bewirbst. In unserem Beispiel als Grafiker:in ist vielleicht die Stelle als Aushilfe in der örtlichen Bäckerei nicht so relevant, möchtest du dich aber auf eine Stelle mit Kund:innenkontakt bewerben, sollte sie im Lebenslauf verbleiben.

💡 Tipp: Mehrere Stellen mit der gleichen Tätigkeit können zusammengefasst werden, um Platz im Lebenslauf zu sparen.

Ein sehr guter Lebenslauf legt einen klar erkennbaren Schwerpunkt. Hast du passende und in der Stellenanzeige nachgefragte Berufserfahrung, dann gib diesen Positionen im Lebenslauf auch entsprechend viel Platz. 

Zusammengefasst kann man also sagen: Für einen guten Lebenslauf sind in den meisten Fällen Struktur, Übersichtlichkeit und Relevanz der aufgenommenen Informationen wichtiger als Design oder Kreativität.

Aber was sollte man heute nicht mehr in den Lebenslauf aufnehmen?

Komplett veraltet, also weg damit

In etwas angestaubten Vorlagen für Lebensläufe tauchen oft noch Positionen wie der Beruf der Eltern oder der Geschwister auf. Oft wird auch der gesamte Bildungsweg ab der Grundschule skizziert. Diese Informationen kannst und solltest du getrost weglassen, sie bieten dem Recruiting-Team keinerlei Mehrwert und triggern im Worst Case vielleicht sogar Vorurteile. 

Besonders wenn man sich auf seine ersten beruflichen Positionen bewirbt und der Lebenslauf entsprechend leer ist, ist die Versuchung groß, durch solche Informationen den Lebenslauf künstlich aufzublasen. Aber es ist noch kein:e Meister:in vom Himmel gefallen und alle haben mal angefangen. Es ist keine Schande, seine ersten beruflichen Schritte zu unternehmen. In diesem Fall empfehle ich, lieber interessanten Hobbys mehr Raum zu geben oder dem CV einen einleitenden kurzen Text voranzustellen, der euch als Person mit euren Fähigkeiten vorstellt.

Foto oder kein Foto, das ist hier die Frage

Leidenschaftlich gestritten wird über den Punkt, ob man ein Foto in den Lebenslauf einfügen sollte. Mir fällt es schwer, hier eine generelle Empfehlung zu geben. Ein Foto kann sowohl positive als auch negative Wirkung haben. In einem Job mit Kund:innenkontakt kann ein Foto allerdings hilfreich sein. Wichtig ist: Fügst du ein Foto an, dann sollte dieses gewissen Kriterien entsprechen:

  • Das Foto sollte dich interessiert und freundlich zeigen, das biometrische Passbild passt also im Normalfall nicht so gut.
  • Der Hintergrund sollte nicht unruhig sein. Ein Ausschnitt eines Partyfotos ist nicht ideal. Genauso sollten keine weiteren Personen sichtbar sein.
  • Um eine persönliche Wirkung zu erzielen, solltest du auf dem Foto auch keine Sonnenbrille oder andere unnötig das Gesicht verdeckende Dinge tragen.
  • Du musst kein Profifoto in vollem Anzug oder Kostüm einreichen, es sei denn, dies wäre auch in deiner angestrebten Stellung deine Bürokleidung.

Soweit mein gar nicht so kurzer Überblick über die wichtigsten Dos and Don’ts beim Schreiben deines Lebenslaufs. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Erstellung und drücke dir die Daumen für deine Bewerbungen. Schau bei der Gelegenheit doch auch unsere Stellenangebote mal durch!