Im ersten Teil unserer Blogreihe haben wir beschrieben, warum wir uns entschieden haben, den KI-Wandel nicht länger aufzuschieben, sondern unsere Organisation bewusst neu auszurichten. In diesem zweiten Teil geht es nun um diejenigen, die diesen Wandel tagtäglich lebendig machen: unsere Studierenden.
Sie sind nicht bloß Werkstudierende, die Aufgaben abarbeiten – sie sind KI-Natives. Das bedeutet: Sie bringen eine technologische Neugier und Selbstverständlichkeit mit, die für viele Organisationen der entscheidende Hebel ist. Sie probieren gern Tools aus, lernen schnell, geben Impulse und bringen Begeisterung, aber auch kritische Reflexion mit.
Stimmen aus dem Team: Wie unsere Studierenden KI erleben
Um ein authentisches Bild zu zeichnen, haben wir unsere Studierenden selbst gefragt, wie sie KI sehen, in unseren Projekten, der Uni und in ihrem Alltag nutzen und grundsätzlich einschätzen.
Moni, die Medieninformatik studiert, beschreibt KI als etwas, das weit über reine Tools hinausgeht, und betont den vielfältigen Nutzen:
„Als Medieninformatikerin begleitet mich KI von Coding über Statistik bis hin zu Ideenfindung und Meinungsbildung. Dadurch ist sie für mich nicht nur ein Studienwerkzeug, sondern ein vielseitiger Ansatzgeber, der auch über das Studium hinaus Anwendung findet.“
Gedeon, Informatiker und Masterstudent im Bereich Technologie- und Innovationsmanagement, sieht in KI die vielleicht prägendste Zukunftstechnologie überhaupt:
„Vor ein paar Jahren war es die Neugier darum, herauszufinden, wie weit man mit KI gehen kann, und mittlerweile ist es Alltag. Ich glaube, KI hat das Potenzial, viele Angelegenheiten effizienter und präziser zu gestalten, um die Grenzen dessen, was wir in einer gewissen Zeit schaffen können, erheblich zu erweitern.“
Bohdan, Student der Wirtschaftskommunikation, arbeitet im Bereich Grafik und Video-Editing. Für ihn ist KI vor allem ein Werkzeug, das Routinearbeiten beschleunigt und kreativen Raum schafft:
„KI ist für mich ein Werkzeug, das meinen Alltag effizienter macht. Besonders bei Routineaufgaben spart sie Zeit, die ich dann für kreative Arbeit nutzen kann.
Sein erster Aha-Moment kam früh: „im Februar 2023, als ich für ein Uniprojekt erstmals KI benutzt habe. Das Projekt war eigentlich für ein ganzes Semester geplant und ich habe es an einem Abend geschafft und am Ende eine 1,7 bekommen. Da wurde mir klar, dass KI ein Gamechanger ist.“
Für Lene, die Journalismus im Bachelor studiert hat und aktuell ihren Master im Publishing Management beginnt, ist KI längst ein alltäglicher Begleiter, dem man jedoch niemals blind vertrauen sollte. Sie betont:
„KI eröffnet zahlreiche Potenziale zur Steigerung von Effektivität, Produktivität, Qualität und auch Quantität, sowohl im Studium als auch im Berufsleben, wobei ihr Einsatz stets kritisch hinterfragt und bewusst gesteuert werden sollte.“
Und auch Philipp, Student im Mediendesign, beschreibt den praktischen Nutzen sehr anschaulich:
„Sie kann gewisse Schwächen im Erstellen von Texten, seien es grammatikalische Fehler oder solche in Rechtschreibung und Ausdruck, ausgleichen und neue Denkanstöße inspirieren.”
Ihn reizen an der Arbeit mit KI vor allem die Erleichterung, die sie bringt:
„Wenn man die generativen, KI-gestützten Tools der aktuellen Photoshop-Version dazu zählt, sorgen sie in dem Projekt, in dem ich arbeite, vor allem für Zeitersparnisse beim Freistellen von Objekten (generativ erstellte Bildelemente dürfen und sollten nicht verwendet werden).“
Damit zeigt sich: KI ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie ist Alltag, Werkzeug und Inspirationsquelle zugleich.
Was macht einen „KI-Native“ aus?
Unsere Interviews zeigen: Ein „KI-Native“ ist nicht einfach jemand, der oder die mit ChatGPT umgehen kann.

Es geht nicht um technische Routine oder darum, ein Tool perfekt zu beherrschen. Vielmehr geht es um:
- den Mut, bestehende Prozesse offen zu hinterfragen, um Optimierungspotenzial zu erkennen,
- die Fähigkeit, Ergebnisse ehrlich zu prüfen,
- und die Bereitschaft, Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Auf die Frage, was einen KI-Native ausmacht, bestätigt Lene:
„Ein KI-Native weiß, wie man Tools sinnvoll einsetzt und die Ergebnisse kritisch bewertet.“
Passend dazu bringt Bohdan einen zusätzlichen Gedanken zur Kompetenz:
„Ein KI-Native braucht zwei Dinge: eine klare Vision und gutes Prompting. Das sind die 20 Prozent Aufwand, die 80 Prozent des Erfolgs ausmachen können.“
Beide Perspektiven verdeutlichen, dass technisches Können allein nicht ausreicht. Entscheidend ist die Kombination aus Wissen um geeignete Tools und deren Anwendungsmöglichkeiten, einem Ziel vor Augen und der Bereitschaft, Neues auszuprobieren.
Das ist es auch, was junge Talente für Unternehmen so wertvoll macht: Denn während viele Mitarbeitende noch zögern, haben unsere Studierenden keine Scheu, direkt einzusteigen – und damit Brücken zu bauen zwischen Technologie und gelebtem Alltag.

Aus der Praxis: Unser Floorwalking-Ansatz
Damit das nicht abstrakt bleibt, haben wir unseren Service so organisiert, dass KI im Alltag tatsächlich „ankommt“. Zwei Formate sind dafür entscheidend:
- Service-Points: Hier stehen unsere Teams als feste Ansprechpersonen mit Rat und Tat zur Verfügung. Mitarbeitende können jederzeit vorbeikommen, Fragen stellen oder sich eine Funktion erklären lassen. Unsere Studierenden sind dafür meist in direkter Nähe der Teams platziert: nah genug, um spontan zu unterstützen, aber mit genug Ruhe, um konzentriert zu helfen.
- Floorwalking: Hier gehen wir aktiv durch die Abteilungen, sprechen Menschen direkt an oder zeigen, wie eine Funktion genutzt wird, und bauen Ängste ab.
Bei einem unserer letzten Projekte haben unsere Studierenden zum Beispiel ein Unternehmen bei der Einführung von Copilot unterstützt. Die Herausforderung dahinter: Nachdem die Lizenzen gekauft wurden, fühlten sich viele Mitarbeitende zunächst unsicher, trauten sich kaum, Anwendungen zu testen oder Rückfragen zu stellen und sie blieben bei ihren gewohnten Arbeitsweisen.

Genau hier kamen unsere Studierenden ins Spiel:
Im Rahmen eines Floorwalking-Projekts begleiteten sie das Unternehmen bei der Implementierung von Copilot und unterstützten die Mitarbeitenden direkt vor Ort und im Arbeitsalltag. Denn genau dort tauchen Unsicherheiten und Fragen auf – und meistens genau dann, wenn die Kolleg:innen, die sich damit auskennen, ebenfalls genug zu tun haben.
Unsere Studierenden beantworteten nicht nur typische Einstiegsfragen („Wie starte ich Copilot?“, „Wie nutze ich ihn effektiv in meinen Aufgaben?“), sondern zeigten ihnen Schritt für Schritt, wie der praktische Begleiter tatsächlich Arbeitszeit spart und genau die Prozesse vereinfacht, die für die jeweilige Abteilung und Person wichtig sind.
Vom Testlauf zum Alltagseinsatz
Bald war Copilot kein Programm mehr, das für zusätzliche Verwirrung sorgt, sondern ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Die Nutzung stieg deutlich an und viele Mitarbeitende erkannten erstmals den echten Mehrwert, da viele Funktionen vorher unterschätzt wurden, etwa wie man Copilot in Outlook effektiv nutzt, oder schlichtweg nicht bekannt waren.
Moni, die bereits mit verschiedenen digitalen Tools und Technologien gearbeitet hat, darunter auch Anwendungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, und ebenfalls Redakteur:innen beim technischen Support unterstützt, beschreibt ihre Erfahrungen so:
„Manche empfinden den zusätzlichen Aufwand zum Erlernen ungewohnter Tools zunächst als Hindernis. Doch sobald der persönliche Workflow gefunden ist, wird KI zur Erleichterung: Sie spart langfristig Zeit und eröffnet klare Effizienzvorteile, die den Arbeitsalltag verbessern können.
Auf unsere Nachfrage, wie es sich für Moni anfühlt, Unternehmen bei der Einführung von KI zu unterstützen, erklärt sie:
„Ich finde es spannend, diesen Prozess miterleben zu können, da er nicht nur Technologien, sondern auch Arbeitskulturen nachhaltig verändert.“
Das zeigt: Wenn KI-Kompetenz direkt dort vermittelt wird, wo Fragen entstehen, entsteht Vertrauen, und ein echter Wandel ist möglich.
Perspektiven unserer Studierenden: Chancen und Verantwortung
So viel Begeisterung darf nicht naiv klingen, und das tun unsere Studierenden auch nicht. Alle fünf betonen, dass KI kein Autopilot ist, dem man blind vertrauen kann.
➡️ Gedeon sagt klar: „Man sollte nie der KI blind vertrauen (...). Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“
➡️ Moni gibt zu bedenken: „Was den technischen Fortschritt von KI betrifft, stehen wir noch ganz am Anfang. Gerade deshalb finde ich es spannend mitzuerleben, in welche Richtung sich dieses Thema entwickelt. Gleichzeitig bringt KI auch viele Risiken mit sich, weshalb es entscheidend ist, begleitende Maßnahmen zu schaffen, die unseren zukünftigen Umgang mit KI regulieren.“
➡️ Lene, die im Lektorat für ein Medienunternehmen arbeitet und dort auch Zahlen und Fakten prüft, ergänzt: „Recherchen und Quellenprüfung würde ich KI nicht alleine überlassen. Alle von ihr ausgegebenen Informationen sollten sorgfältig gegengeprüft werden, um ihre Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.“
➡️ Philipp betont mit Blick auf die Designpraxis: „Als Grafikdesigner, oder Designer im Allgemeinen, stellt sich KI mit ihren Fähigkeiten zur Erstellung von Bildern, Illustrationen und Layouts, aktuell als mittelschwere Bedrohung dar. Ich vertraue in die Gesellschaft und auf die Erkenntnis, dass menschliche Gestaltung unersetzlich ist. Dass KI-generierte Designs immer auf der Grundlage menschlich geschaffener Arbeit erstellt sind.“
➡️ Und auch Bohdan warnt vor einer Überschätzung: „Man sollte nicht versuchen, KI in allen Bereichen gleichzeitig einzusetzen, nur weil es gerade populär ist.“ Er stimmt Philipp zu: „KI ist ein nützliches Werkzeug, aber kein Ersatz für menschliche Fähigkeiten. Ich glaube, KI sollte immer unterstützend eingesetzt werden und nicht als Allzwecklösung für alles.“
Damit zeigen sie, was auch für den Einsatz in Unternehmen entscheidend ist: KI ist ein kraftvolles Werkzeug, aber sie braucht immer den prüfenden Blick und die Verantwortung der Menschen, die sie einsetzen.
Was Unternehmen daraus mitnehmen können
Was können wir und vielleicht auch andere Unternehmen daraus lernen? Drei Gedanken aus der Praxis unserer Studierenden:
- Nähe statt Distanz: Tools erklären sich nicht von selbst. Service-Points und Floorwalking machen den Unterschied, weil sie Berührungsängste abbauen.
- Begeisterung wirkt ansteckend: Wenn junge Talente aktiv mitgestalten, entsteht Schwung im ganzen Team. Ihre Motivation überträgt sich auf andere.
- Kritisch bleiben: KI ist kein Allheilmittel. Der reflektierte Einsatz entscheidet über Erfolg und Akzeptanz.

Fazit und Ausblick
Unsere KI-Natives sind der Motor unseres Wandels. Und sie zeigen, dass es nicht nur auf die Technologie ankommt, sondern auf die Menschen, ohne deren Input es den Output einer jeden KI gar nicht geben würde.
Wir bleiben dafür verantwortlich, was KI uns liefert, und sind deshalb überzeugt: Zukunft gestalten wir nicht mit Tools, sondern mit Teams. Oder wie es Bohdan formuliert:
„KI sollte ein Hilfsmittel sein, das uns hilft, bessere Produkte zu schaffen, und nicht eine Bedrohung oder ein Ersatz für Menschen.“
Liebe Studierende, ihr hättet uns nicht besser an das erinnern können, was wir bei BP Mediawork leben wollen:
KI arbeitet nicht gegen unser Team. Unser Team arbeitet mit KI.
Und genau das wollen wir auch anderen Unternehmen mit auf den Weg geben: Habt keine Angst vor KI, aber geht es klug an und nutzt sie für euch, euer Team, euer gemeinsames Vorhaben und eure gemeinsame Vision.
Lieber Gedeon, liebe Moni, lieber Philipp, liebe Lene und lieber Bohdan: Danke für euren Input, eure großartige Arbeit und das, was ihr bewirkt.
Denn es ist nicht künstliche Intelligenz allein oder eine einzelne App, die den Unterschied macht. Es sind die Menschen, die KI clever nutzen. Deshalb gilt auch hier unser Claim:
„Zukunft gestalten. Mit den Richtigen im Team.“
Und damit ein großes Dankeschön an unsere Studierenden, die für unser Team unverzichtbar sind. Wir sind stolz auf euch!
Sie möchten erfahren, wie Floorwalking oder Service-Points in Ihrem Unternehmen wirken können? Lassen Sie uns sprechen! ⬇️
ㅤ

