In unserem letzten Beitrag haben wir gezeigt, wie unsere Studierenden den Wandel von innen vorantreiben. Sie suchen, analysieren und bewerten bei uns intern neue Tools oder unterstützen andere Unternehmen dabei, KI-Kompetenz aufzubauen oder Assistenten wie Microsoft Copilot zu implementieren. Das Besondere an ihnen: Als KI-Natives kennen sie neue Technologien nicht nur, sie leben sie.
Diesmal wechseln wir die Perspektive: Wir wollten wissen, wie künstliche Intelligenz außerhalb unseres Teams wirkt und welche Themen dabei diejenigen Menschen umtreibt, mit denen wir Projekte umsetzen, uns austauschen und Erfahrungen teilen.
Dafür haben wir mit Jan Rudolph und Dominique Wulff gesprochen – zwei Expert:innen, die uns seit Langem eng begleiten. Beide erleben den technologischen Wandel aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln:
- Jan als Chief Content Officer bei einer Verlagsgruppe und Leitung für People & Culture, Operations und Marketing bei aimed analytics, einem Start-up, das das komplexe biomedizinische Datensätze mit einer KI-basierten Plattform in wenigen Minuten analysierbar macht.
- Dominique als selbständige Beraterin im Employer Branding und Gründerin von Employer Vibes, einem Ideenstudio, mit dem sie anderen Unternehmen hilft, ihre einzigartige Arbeitgeberidentität zu entdecken, gestalten und sichtbar zu machen.
Was sie eint, ist der Wunsch, KI nicht nur strategisch zu denken, sondern praktisch nutzbar zu machen – mit Verantwortung, Neugier und, vielleicht das Wichtigste, gesundem Menschenverstand.
Denn KI allein löst kein Problem. Aber sie eröffnet neue Wege, wenn man sie clever einsetzt und wenn die richtigen Menschen zusammenarbeiten.

Erwartungen an KI: Effizienz ja, Verantwortung auch
Wie viel Verantwortung braucht Technologie?
Für Jan Rudolph ist das keine theoretische Frage, sondern eine, die täglich neu entschieden wird. KI soll seiner Meinung nach Arbeit erleichtern, aber nie Verantwortung ersetzen.
„KI soll Prozess-Automatisierungen beschleunigen und als Werkzeug alle Mitarbeitenden darin unterstützen, ihre Arbeit schneller, besser oder günstiger zu machen.“
Dabei spielen die Menschen im Team eine wichtige Rolle, wenn es um erfolgreiche KI-Nutzung geht. Ob KI tatsächlich Zeit gewinnt und Abläufe verschlankt, ohne dabei die Genauigkeit und den Anspruch an gute Arbeit zu unterlaufen, hängt davon ab, wie bewusst Menschen sie einsetzen – und wo sie Grenzen ziehen.
Er meint das wörtlich. „Ohne Menschen kein KI-Einsatz“, erklärt er.
„Wir wollen am Anfang und am Ende eines jeden Prozesses einen Menschen involvieren. Nur so bleibt gewährleistet, dass die Qualität hoch bleibt und wir als Unternehmen auch die Verantwortung für all unser Handeln übernehmen können.“
Forschung als Testfeld für Verantwortung
Diese Haltung prägt auch seine Arbeit bei aimed analytics – einem Start-up, das eine Plattform entwickelt hat, um biomedizinische Daten mit Hilfe von KI zu analysieren und zu interpretieren. Die Plattform nutzt dabei sogenannte Agentic AI, also ein System, das eigenständig nächste Schritte plant, Daten verknüpft und so Analysen schneller in konkrete Erkenntnisse übersetzt.
Was heute in der biomedizinischen Forschung geschieht, zeigt, wie weitreichend und präzise KI inzwischen eingesetzt werden kann und welches Potenzial sie künftig in ganz unterschiedlichen Branchen entfalten wird. Wir nutzen KI also auch, um Forschung zu beschleunigen, aber die Bewertung bleibt beim Menschen.

Zusammenarbeit, die beides vereint
Er erzählt, dass dieser Gedanke – Technologie verantwortungsvoll und zukunftsorientiert einzusetzen – auch in der Zusammenarbeit mit BP Mediawork entscheidend ist. Mit dieser Unterstützung erhält aimed analytics sichere, aber zugleich flexible und skalierbare Unterstützung in den Bereichen Marketing, Redaktion und Content. Hier arbeiten KI- und menschliche Assistent:innen zusammen.
„Als junges Unternehmen können wir uns nicht in allen Bereichen mit festem Personal verstärken, daher war die Option mit BP eine ideale Unterstützung. Teilweise hätte man sicher auch auf eine reine KI-Lösung setzen können, aber uns ist die menschliche Verantwortung und Abnahme bei allen Themen sehr wichtig.“
Zwischen Entlastung und Verantwortung: KI im Arbeitsalltag
Auch Dominique Wulff, Beraterin im Employer Branding und Gründerin von Employer Vibes, beobachtet täglich, wie sehr KI den Arbeitsalltag verändert. Sie berät kleine und mittelständische Unternehmen dabei, ihre Arbeitgebermarke zu gestalten und zu positionieren, und erlebt dabei, dass viele Teams bereits am Limit arbeiten.
„Meine Erwartung ist vor allem: Entlastung“, sagt sie.
„Ich erlebe es häufig, dass Mitarbeitende in Unternehmen – in meinem Falle besonders in der HR- oder Marketingabteilung – den anfallenden Workflow gar nicht mehr stemmen können. Dabei befinden sich bereits viele gute KI-Anwendungen auf dem Markt, die bspw. personalisiert auf wiederkehrende Fragen Mitarbeitender eingehen, etwa wenn es um die restlichen Urlaubstage oder die Anzahl der gesammelten Überstunden geht.“
Sie selbst nutzt KI vor allem, um Ordnung in große Informationsmengen zu bringen. „Ich nutze KI insbesondere für die Strukturierung vieler Informationen. Es nimmt enorm viel Arbeit ab, wenn viele losen Gedanken gegliedert und priorisiert werden. Ob es mir dann gefällt oder nicht, ist aber die zweite Sache – denn ich entdecke auch immer wieder Sinnessprünge.“
Wie KI Strukturen schafft und Grenzen braucht
Auf die Frage nach den Schwächen aktueller Tools sagt sie:
„Spezielle Personal-KI-Anwendungen sind bereits wirklich gut. Bei ChatGPT & Co. muss man die Informationen, die man erhält, aber immer mit Vorsicht genießen – auch wenn sie selbstbewusst rübergebracht werden. Man muss sich beispielsweise schon zumindest in den Grundlagen mit Marketing auskennen, um eine Marketingstrategie von ChatGPT bewerten zu können.“
Auch für sie steht fest: Der Mensch bleibt zentral. „Menschen sollten natürlich noch immer die wichtigste Rolle einnehmen. Ohne dass man weiß, wie und für was genau KI einem die Arbeit erleichtern soll, kann man die Technik auch nicht gezielt nutzen.“, betont sie. Außerdem dürfe man den Faktor Empathie nie vergessen – „denn das kann KI nicht und wird es auch nie ehrlich können. Dabei ist das der Schlüssel in so vielen Bereichen, wo man für und mit Menschen kommuniziert.“
Wir wollten von Dominique wissen, wie sie über die kritischen Stimmen zu KI denkt, wie sie damit umgeht und was es aus ihrer Sicht braucht, damit neue Ideen trotz eventueller Bedenken ausprobiert und getestet werden können. Sie hält die kritischen Stimmen für berechtigt und gibt zu bedenken:
„KI reproduziert beispielsweise sexistische Inhalte, verbraucht massenhaft Energie und es gibt (noch) nicht genügend rechtliche Regelungen, um diese sich rasant entwickelnde Technologie zu reglementieren.“
Dann führt sie fort:
„Aber so ist es mit vielen neuen Technologien – man muss die Chancen dahinter sehen, denn aufhalten kann man die Entwicklung nicht, und sie für sich selbst so verantwortungsvoll und reflektierend wie möglich nutzen.“
Um KI im unternehmerischen Kontext zu testen und zu implementieren, brauche es vor allem Neugier und Innovationswillen, erzählt uns Dominique. Und sie ergänzt einen Rat an Unternehmen, die noch zögern:
„Sie sollten vor allem den ROI dahinter sehen. KI kann den Mitarbeitenden enorm viel Arbeit abnehmen, sie entlasten, sodass mehr Raum für strategisches Denken anstelle von To-do-Listen entsteht. Gleichzeitig müssen Mitarbeitende geschult und weiterentwickelt werden, was sich positiv auf die Bindung zum Arbeitgeber auswirkt. Nicht zuletzt stellt sich das Unternehmen so natürlich zukunftsfähig auf!“
Am Ende spricht sie über die Ängste, die technologische Veränderungen begleiten. „Neue Technologien machen Angst“, sagt sie. Vor allem ältere Mitarbeitende hätten Angst, nicht mehr hinterherzukommen oder gar von der KI ersetzt zu werden – „dabei ist das in den seltensten Fällen zutreffend“.
Sie macht deutlich:
„Es ist die Aufgabe von Arbeitgebenden, solch einen Wandel aktiv zu gestalten, alle Mitarbeitenden einzubeziehen, Raum für Fragen, Bedenken und Ängste zu lassen und sie Entscheidungsprozesse nachvollziehen zu lassen, sie weiterzubilden. Hier muss die Chefetage transparent sein, mutig vorangehen – und daraus kann dann ganz viel Antrieb für Lust auf Umsetzung entstehen.“
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Wenn man Jan Rudolph und Dominique Wulff zuhört, wird schnell klar, dass die größten Herausforderungen nicht in der Technologie selbst liegen, sondern in der Art und Weise, wie wir sie nutzen.
„KI wird aktuell für alles verwendet. KI hat sicher Stärken und Schwächen, wir müssen verantwortungsvoll damit umgehen, vor allem aber unsere Mitarbeitenden befähigen, KI einzusetzen. Dann kann KI ein echter Mehrwert für Unternehmen sein.“, sagt Jan Rudolph.

Für einen erfolgreichen Start seien einfache Anwendungsfälle, die Berührungsängste abbauen, entscheidend – ebenso wie klare Kommunikation über Strategie und Status der Implementierung.
Auf die Frage, was er anderen Unternehmen, die sich dem Thema KI nähern wollen, aber noch zögern, mitgeben würde, antwortet er:
Das geht nicht wieder weg, also lieber schnell ran. Schafft kleine Use-Cases, die helfen, und versucht nicht gleich, KI-first zu sein.
Wir nehmen aus den Gesprächen mit Dominique und Jan mit: KI verändert Arbeit, jetzt und in Zukunft, aber nur Menschen geben ihr Richtung und Sinn.
Praxisnah gedacht: Wenn Verantwortung Wirkung zeigt
Was also in beiden Gesprächen mitschwingt, ist der Gedanke, dass KI erst durch Menschen eine Wirkung hat, deren Richtung durch eben diese bestimmt wird.
Damit dieser Schritt gelingt, unterstützen wir als BP Mediawork Unternehmen genau dort, wo diese Theorie in die Praxis übergeht: beim Aufbau von KI-Kompetenz und bei der Implementierung im Arbeitsalltag – mit Analyse, Workshops, Floorwalking und Lösungen, die funktionieren.
Und wer diesen Weg bereits gegangen ist, bekommt bei uns Unterstützung in der täglichen Nutzung und damit dort, wo KI längst Teil des Prozesses ist.
Wie das konkret aussehen kann, beschreibt Jan Rudolph von aimed analytics:
„Jeden Tag hilft uns Luisa von BP, indem sie die KI füttert, die entstandenen Inhalte verarbeitet und prüft – und daraus tolle Blogbeiträge und LinkedIn-Posts erstellt. Ohne BP gäbe es keine Inhalte bei uns.“
Um das Gespräch abzurunden, wollten wir wissen, was für ihn der wichtigste Gedanke ist, wenn es um KI, Wandel und Umsetzung geht – und was Unternehmen aus seiner Sicht mitnehmen sollten.
„Auch hier gilt für mich: Build, Measure, Learn. Aber vor allem nicht nur reden, sondern machen ist zentral.“
Sie stehen selbst vor der Frage, wie KI Ihr Unternehmen weiterbringen kann?
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